Beitrag zum Tag der Umwelt, Nachhaltigkeit und Energie der Marktgemeinde Wendelstein

 

Welchen Beitrag können wir im Bauwesen zum Klimaschutz leisten?
Autor: Ulrich Bauer

In Zeiten von fridays for future, einem neu eingerichtetem Klimakabinett und einem bayerischen Ministerpräsidenten, der grüne Ideen aufgreift, stellt sich die Frage, was jeder einzelne Häuslebesitzer für den Klimaschutz tun kann. Naheliegend ist es bei Neubau und Sanierung darauf zu achten, dass Gebäude gut gedämmt werden und dann mit einem regenerativen Energiesystem ausgestattet werden.

Ordnungsrechtlich achten wir heute mit der Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) darauf, dass Gebäude in der Nutzungszeit wenig Heizenergie über die Gebäudehülle verlieren und diese „verlorene“ Energie möglichst ökologisch mit regenerativen Energien ausgeglichen werden. Dazu gibt es von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) viele Anreize. Es werden Sanierung und Neubau aber auch Denkmäler mit Zuschüssen oder Darlehen gefördert. Bisher wird der Energieaufwand für die Herstellung von Bauprodukten nicht berücksichtigt. Dieser Energieaufwand ist aber nicht unerheblich und stark schwankend in Abhängigkeit vom gewählten Bauprodukt. Wussten Sie, dass der CO2-Jahresausstoß aller Airlines kaum halb so groß ist wie die CO2-Emission für die Weltproduktion von Beton. Um eine Tonne Beton herzustellen werden 100 Kilogramm CO2 in die Atmosphäre entlassen. Aber auch viele konventionelle Dämmstoffe wie Polystyrol oder Polyurethan haben einen ähnlich katastrophale Ökobilanz, während Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen sich positiv auf das Klima auswirken, und während der Herstellung (Wachstum) sogar CO2 einspeichern. Man spricht davon, dass nachwachsende Rohstoffe zu einer CO2- Senke führen, also dauerhaft CO2 einspeichern. Dies kann heute mit einer Ökobilanz für jedes Gebäude berechnet werden, oder im Rahmen eines Nachhaltigkeitszertifikats nachgewiesen werden. Auch die Marktgemeinde Wendelstein fördert solche Zertifikate. (siehe Kasten)

Klimaschutz durch richtige Baustoffwahl

Folgerichtig müssen wir unseren Gebäudebestand pflegen, instandsetzen und moderat sanieren um diesen für zukünftige Generationen zu erhalten. Abriss darf bei dieser Betrachtung keine Option sein. Im Neubau müssen dafür die Baustoffe nach und nach durch nachwachsenden Rohstoffe NaWaRos substituiert werden, oder Gebäude gleich komplett in Holz und NaWaRos errichtet werden. So werden in einem Einfamilienhaus in Holzrahmenbauweise, das mit nachwachsenden Rohstoffen gedämmt ist etwa 50 Tonnen CO2 in der Konstruktion eingespeichert. Ein solches Gebäude als Effizienzhaus 55 errichtet hat eine Endenergiebedarf für Heizung, Warmwasser und Hilfsenergien von unter 5.000 kWh/a. Bei einer durchschnittlichen CO2 Emission von 300g pro kWh Heizenergie (Endenergie) entlässt die Heizung jährlich etwa 1,5 Tonnen CO2 in die Atmosphäre. Oder vereinfach gesagt, ist dieses Gebäude 33 Jahre lang CO2-neutral.

Gesundheitsschutz durch richtige Baustoffwahl

Wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass NaWaRos lokal erzeugt werden, dem Stoffkreislauf wieder zugeführt werden können, in der Regel mit weniger Zugabe von Giftstoffen hergestellt werden und auch noch für gutes Raumklima sorgen, muss die Entscheidung für die einzusetzenden Baustoffe bei Sanierung und Neubau klar sein. Wir, der Verbraucher können maßgeblich mit unserer Bauentscheidungen Einfluss auf den Klimaschutz nehmen.

 

Förderung der KfW
Baukindergeld 12.000,-/ Kind
Effizient bauen bis zu 15.000,-
Effizient sanieren bis zu 27.500,-
BNK-Zertifizierung bis zu 4.000,-
Förderung der Marktgemeinde Wendelstein
Wohnraumförderung 3.000,-/ Kind
Effizient bauen bis zu 3.800,-
Effizient sanieren bis zu 7.500,-
BNK-Zertifizierung bis zu 400,-
 

Der Beitrag wurde auch im Magazin Meier veröffentlicht (Alle Infos zum Umwelttag der Marktgemeinde Wendelstein auf den Seiten 18-22).

 

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