Akteursforum Wohngesundheit der Deutschen Umwelthilfe am 06.06.2019 in Berlin

Autor: Ulrich Bauer

Die Deutsche Umwelthilfe hat nach Berlin zu einem internen Expertentreffen geladen, zu dem der Verband Baubiologie auch eingeladen war. Als Verbraucherschutzorganisation vertritt die DUH die Interessen der Verbraucher. Schwerpunkt der Veranstaltung sollten die Emissionen von Baustoffen, insbesondere solcher aus nachwachsenden Rohstoffen sein.“ Die DUH interessiert hier Luftqualität in Innenräumen. Das kleine Gremium zeigte der DUH insbesondere die Komplexität des Themas auf und das es hier keine einfachen Lösungen für „gesundes“ Raumklima gibt, denn alleine die Parameter fehlen. Deshalb wurde der Focus auf die VOCs gelegt.

 

Alle waren sich einig, dass die neue Prüfnorm DIN EN 16516 schon mal der richtige Weg ist, da hier Prüfkammermessung europaweit harmonisiert wird. Damit soll erreicht werden, dass einheitliche Angaben zur VOC-Emission von Bauprodukten im Kontext der CE-Kennzeichnung gemacht werden und die ermittelten Werte in die EPDs (european produkt declaration) der Hersteller aufgenommen werden können.

Keine einheitliche Meinung konnte bei den Emissionen und deren schädliche Wirkung auf den menschlichen Körper bei Holzwerkstoffprodukten und hier den Terpenen gefunden werden. Auf der einen Seite wurde ausgeführt, dass natürliche Terpene (holzeigene Inhaltsstoffe, die von den meisten Menschen als angenehmer Geruch) keinen Einfluss auf die Gesundheit haben. Hier ist aber die Studienlage relativ dünn. Auf der anderen Seite bestimmen die Toxikologen im Moment die Diskussion und stufen die natürlichen Terpene als gesundheitsschädlich ein. Es wurde darauf hingewiesen, dass dieser gesundheitliche Einfluss von natürlichen Terpenen in einer groß angelegten Studie des Thünen Instituts gerade eruiert wird. Das Ergebnis wird von allen Teilnehmern mit Spannung erwartet.
Man geht aber nicht davon aus, dass sich dadurch der Inhalt des AgBB-Schemas (Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauproduktemissionen) verändern wird.

Als weiteres Problem wurde identifiziert, das das AgBB-Schema sowohl für die Produktprüfung als auch für die Raummessung angewendet wird, aber Rahmenbedingungen der Messungen nicht identisch sind. So darf zum Beispiel in der Prüfkammer ein 0,5-facher Luftwechsel eingestellt werden, während bei einer Raumluftmessung ein verschlossener Raum ohne Luftwechsel gemessen wird. Außerdem ist es unmöglich in Gebäuden einheitliche Randbedingung zu schaffen. Diese werden zwar rechnerisch angepasst, sind aber dennoch nicht vergleichbar. Außerdem gibt es bei einer Raumluftmessung zu viele Einflussfaktoren, die das Prüfergebnis erheblich beeinflussen. Das betrifft sowohl Temperatur und Feuchte aber auch der Prüfer selbst der sich zeitweise im Prüfraum aufhält oder Schadstoffeinträge währende der Bauzeit zum Beispiel durch Rauchen oder den Einsatz einer Motorsäge.

Konsens bestand darin, dass die Kammerprüfung für die Vergleichbarkeit von Bauprodukten sinnvoll ist, aber die Raummessung mit den Richtwerten, die regelmäßig zu Grenzwerten deklariert werden den Naturbaustoffen insbesondere aus Holz Probleme bereiten.

Die DUH bedankte sich für den konstruktiven Austausch und die Aufklärung zu den Luftschadstoffen in Innenräumen und wird zu einem weiteren Forum einladen, sobald die Erkenntnisse in eine Strategie für gesunde Innenraumlufthygiene eingeflossen sind.

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