Am 27.04.2019 kam zum ersten Mal die Baubiologie in Izmir, der Türkei, zu einem Forum zusammen. Vorgeschaltet war eine Studienreise zu historischen Stätten aber auch modernen Gebäuden, die nach den Gesichtspunkten der Baubiologie und Nachhaltigkeit gebaut wurden.

Das Forum bildete den Abschluss dieser Studienreise und gab die Gelegenheit, die Baubiologie einem größeren Publikum näher zu bringen (siehe auch Baubiologie-Magazin.de). Der Konferenzsaal im Besucherzentrum Yesilova Höyük, einem Seminar- und Museumsgebäude für die antike Ausgrabungsstätte einer ca. 8000 Jahre alten Ansiedlung, war mit ca. 120 Personen sehr gut besucht.

Aufgrund meines Buches Baubiologie. Kriterien und Architektonische Gestaltung war ich aufgefordert einen Vortrag zu gebauten Beispielen und der Umsetzung der Baubiologie im Berufsalltag einer Architektin zu halten. Als Mitglied im Verband und in Vertretung konnte ich über den Kompetenzaustausch und die Bildungsmöglichkeiten im Verband berichten.

Das Forum war international besetzt und darauf ausgelegt die Baubiologie und das Institut für Baubiologie und Ökologie, YBE, in der Türkei zu etablieren.

Die Beiträge reichten daher von den Anfängen der Baubiologie in Rosenheim/Neubeuern über die Grundsätze und Anwendung der Baubiologie bis hin zur Erlangung von Gesundheitskompetenz und dem Vortrag Gesundheitsförderung eines jeden Einzelnen von Thomas Abel. Interaktiv wurde das Forum in drei parallel organisierten Workshops, in denen sich die Teilnehmer den Gruppen, die gesundheitliche, baustoffliche und städtebauliche Themen behandelten, anschließen und mit uns Vortragenden in Austausch gehen konnten. Abschließend trugen ausgewählte Sprecher die Diskussionsergebnisse der Gruppen dem Gesamtpublikum vor. Dabei bekam YBE den klaren Auftrag als Ansprechpartner und Anlaufstelle für ökosoziales Leben und gesundes Bauen zu fungieren.

In den genügend angebotenen Pausen bot sich neben dem Netzwerken die Gelegenheit, sich über die zahlreichen ausgestellten türkischen Projekte und Baustoffe zu informieren. Das Interesse an gesunder Bauweise in der Türkei ist sehr hoch, die Teilnehmerzusammensetzung reichte von Stadtplanern, Architekten und Designern, Ingenieuren, Ärzten, Anwälten, Beratern für Feng Shui und energieeffizientes Bauen bis hin zu Studenten verschiedener Fachrichtungen wie Elektrotechnik oder Denkmalpflege. Der „Wissensdurst“ und die Neugierde der Teilnehmer wurde auch beim Ausklang des Tages mit der Führung über das Ausgrabungsareal und einem get together mit lokalem Bier und „cerez“ (türkische Knabbereien) weiter gestillt. Die Offenheit und Kompetenz der meist international orientierten türkischen Teilnehmer war für mich, wie jedes Mal wenn ich in die Türkei Reise, inspirierend und beeindruckend. Das YBE kann bei diesem Zuspruch zu einem starken und interessanten Partner der Baubiologie in Deutschland werden.

Nurgül Ece, Dipl. Ing. Architektin, Baubiologin IBN 12.05.2019