Bewertungsgrundlagen

Bei der Bewertung von Messergebnissen in der Umweltanalytik gibt es verschiedenste Grundlagen für Richtwerte, Orientierungswerte oder Grenzwerte.
Die verschiedenen Ansätze der unterschiedlichen Bewertungsgrundlagen sind

  • toxikologisch (akute Gesundheitsgefahr)
  • statistisch (Vergleich mit anderen Messergebnissen)
  • an der Vorsorge orientiert (vorbeugende Maßnahmen auch bei unsicherer gesundheitlicher Bewertung)

Bestehende Bewertungsgrundlagen sind (Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  1. SBM – Standard der Baubiologischen Messtechnik – Richtwerte für Schlafplätze (2015)
    Im Standard der Baubiologischen Messtechnik werden an Schlafplätzen die strengsten Richtwerte angesetzt. Hintergrund dafür ist, dass der Mensch sich am längsten an diesem Ort aufhält. Hier entspannt er sich von den Strapazen des Altags und erholt sich. Im Sinne der Vorsorge soll er hier die geringstmögliche Belastung erfahren.
  2. AGÖF-Orientierungswerte für VOCs in der Raumluft (2013)
    Die Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitut hat im Auftrag des Umweltbundesamtes über 200 flüchtige organische Verbindungen (VOC)  in der Innenraumluft analysiert. Äuffällig sind Messergebnisse, die in 90 % aller Fälle höher sind als bei Vergleichsmessungen. Die AGÖF hat Orientierungswerte bestimmt, bei den neben dem statistischen Ansatz auch toxikologische Betrachtungen mit einbezogen wurden.
  3. RW I / RW II
    Die Ad-hoc-Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Innenraumlufthygiene-Kommission (IRK) beim Umweltbundesamt sowie der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG) hat zwei Richtwerte festgelegt: Beim RW II, der toxikologisch begründet ist besteht  akute Gesundheitsgefahr und es ist unverzüglich zu handeln. Der RW I wird bei Einzelstoffbetrachtung als gesundheitlich unbedenklich eingestuft und dient daher auch als Sanierungs-Zielwert.