
Die moderne BAUBIOLOGIE beschäftigt sich seit nunmehr 25 Jahren mit den gesundheitlichen Auswirkungen von Umwelteinflüssen auf den Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung, in Schlaf- und Wohnräumen, an Arbeitsplätzen oder auf Grundstücken.
Der Grundgedanke: Die verschiedenen Risikofaktoren in Innenräumen und die Möglichkeiten, sie messtechnisch zu diagnostizieren werden im Rahmen eines wissenschaftlichen Standards zusammengefasst.
Heute gilt der `Standard der baubiologischen Messtechnik` bereits international als Maßstab für professionelle, ganzheitliche und unabhängige Messungen in Innenräumen. Er beinhaltet erstmalig alle die zunehmenden mikrobiologischen Risiken in Form von z.B. Schimmelpilzen oder Bakterien, die auffällige Bauphysik sowie alle hausgemachten (und von außen einwirkenden) Felder, Wellen und Strahlen von Elektrosmog und Radioaktivität über geologische Störungen bis zum Schall, die vielen Wohngifte, Gase, Schadstoffe und Partikel.
Die `Baubiologischen Richtwerte´ beziehen sich auf die empfindliche und besonders wichtige Schlaf- und Entspannungszeit und auf die hiermit verbundene Langzeitbelastung des Menschen. Standard und Richtwerte werden heute als Grundlage, roter Faden und Orientierungshilfe von Kollegen und Instituten in ganz Deutschland und Europa genauso genutzt wie in Australien, Neuseeland oder Nordamerika. Sie werden auch von der Politik, der Schulmedizin, von Behörden, Universitäten, der Industrie... beachtet und in deren Veröffentlichungen teilweise als Ergänzung ihres Wissens und teilweise als provozierende Alternative zur etablierten Wissenschaft zitiert.
Verbrauchertipps vom Verband Baubiologie zum gesunden Umgang mit Farben
Warum sind Farben so schädlich?
Innenraumbelastungen durch sogenannte Umweltgifte, wie z.B. PCP, Lindan oder Formaldehyd, führen oft unerkannt und schleichend zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis hin zu chronischen Erkrankungen. Aber auch aus mit Farben behandelten Möbelstücken und Wänden können Schadstoffe heraustreten, sprich ausgasen. Sie erzeugen Kopfschmerzen, Atemwegsreizungen oder andere Beschwerden im Wohn- oder Arbeitsbereich.
Lösungsmittelfreie Malerfarben – was gilt es zu beachten ?
Seien Sie vorsichtig im Umgang auch mit "lösungsmittelfreien" Malerfarben. Keinesfalls die Pinsel im Waschbecken auswaschen oder gar Reste der angeblich ungefährlichen Farben in den Ausguss schütten. Denn die Konservierungsmittel, mit denen diese Farben versetzt sind, können Kläranlagen Probleme bereiten, weil sie die in der biologischen Klärstufe vorhandenen Mikroorganismen zerstören. In den Abfluss gelangt müssten sie 38-millionenfach verdünnt werden, um für die Mikroorganismen der Kläranlagen ungefährlich zu sein. Also: Farbreste niemals in den Ausguss schütten, sondern umweltgerecht entsorgen!
Welche Inhaltsstoffe sind bei Farben unbedingt zu meiden?
Wandfarben enthalten oft giftige Lösemittel. Selbst der Aufdruck 'lösemittelfrei" bedeutet nicht garantierte Umweltfreundlichkeit, denn einige Lösemittel dürfen enthalten sein, bestimmte Mengen sind nicht deklarationspflichtig. Problematisch können sein: Aromaten, Glykole, Aliphaten, Silane ... Der Verband Baubiologie rät zu Naturfarben, die zwar meist deutlich teurer als herkömmliche sind, dafür aber unproblematisch.
Umweltgerechte Entsorgung von alten Farben – wie geht das?
• Ausgetrocknete und entleerte Gebinde gehören in die "Gelbe Tonne".
• Hart gewordene Pinsel, Rollen und Gebinde mit getrockneten Farbresten kommen in den Hausmüll.
• Flüssige Reste sind als Sondermüll in den Sammelstellen für Altfarben zu entsorgen.
Welche Gütesiegel sind hilfreich?
Viele Gütesiegel sind "selbst fabriziert". Es ist für den Verbraucher sehr schwer, sich hier Klarheit zu verschaffen. Der Verband Baubiologie rät, Wandfarben nur in Bio-Bau-Läden zu erwerben, da hier garantiert auf Schadstofffreiheit geachtet wird. Am besten sind Naturfarben mit einer Volldeklaration der Inhaltsstoffe.
Kooperation mit "Netzwerk Nachbarschaft"
Im Rahmen der Probleme mit Schadstoffen in Wohnräumen ist der VB eine Kooperation mit dem bundesweiten "Netzwerk Nachbarschaft" (www.netzwerknachbarschaft.net) eingegangen, dem wichtig ist, dass "Nachbarn in einem lebendigen, aufgeschlossenen und aufmerksamen Umfeld leben – wo sich alle gegenseitig unterstützen – Jung und Alt, Menschen unterschiedlicher Herkunft, Singles und Paare, Familien und Alleinerziehende." Diese Ziele kann der VB voll und ganz unterstützenden und mithelfen, dass Menschen auch zusätzlich in einem gesunden Wohnumfeld leben.
Gefährlicher Mitbewohner: Schimmel
Diesen Bewohner lieben Nachbarn nun wirklich nicht: Schimmel. Der siedelt sich gerne da an, wo Feuchtigkeit herrscht. Denn wo Feuchtigkeit auftritt, wachsen in relativ kurzer Zeit Schimmelpilze. Weil diese selten ohne Grund auftreten, sollten sich Nachbarn gegenseitig über sein Vorhandensein informieren. Und der Plage gemeinsam zu Leibe rücken! Weiterlesen Nachbarschaft und Schimmelprobleme (PDF)